Erkältung und deren Behandlung

Momentan erreichen mich viele Patienten betreffend Erkältungen.

Die Palette reicht von leichtem Kratzen im Hals bis zur schweren Nasennebenhöhlenentzündung. Oft wird vergessen, dass mit unterstützenden Massnahmen eine Linderung der Beschwerden herbeigeführt werden kann.

Deshalb hier einige Tipps.

 

Schnupfen: am besten morgens und abends die Nase mit Salzwasser spülen. Dazu Einwegampullen oder Emser Nasendusche benutzen.

 

Inhalation: am besten mit Salzwasser oder Kamillentee. Auf 1 Liter Wasser 2EL Meersalz geben. Dazu kann eine handvoll getrockneter Kamillenblüten beigefügt werden.

 

Scharfe Dämpfe: Scharfes hilft, die Nase zu befreien: Meerrettich, Knoblauch, Zwiebel... sie alle haben eine antientzündliche und schleimlösende Wirkung. 2x pro Tag 1-2 TL des gehackten Knoblauchs (oder Meerrettichs..) in die Speisen einrühren.

 

Hautschutz: Wenn die Nasenlöcher und die Oberlippe vom vielen Schneuzen wund und rot sind, dann kann man pures Lanolin drauftupfen ->z.B. Purelan von Medela.

 

Suppe: Auch gut bei Erkältungen ist die wärmende Hühnersuppe - hier ein Rezept ohne Huhn (funktioniert genauso gut).

Für 4 Portionen:

  • 1 EL Öl, in Pfanne warm werden lassen
  • 1 grosse Zwiebel, fein hacken, beifügen
  • 4 Karotten, würfeln, beifügen
  • 1 kleiner Broccoli, in Stücke schneiden, beifügen
  • 1.5 -2 Liter Gemüsebouillon dazugiessen
  • 2 TL Kurkuma, beifügen
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken
  • nach Belieben etwas Chilipulver beifügen (das wärmt noch mehr auf)

Warmes Bad: Dies kann helfen, den Schnupfen zu lindern und sich aufzuwärmen. Wenn man nicht unter homöopathischer Behandlung ist, können dem Bad ätherische Öle beigefügt werden. Ansonsten können 5 EL grobes Meersalz in das Wannenwasser gegeben werden. Man sollte nicht länger als 15 Minuten im Wasser bleiben, da der Körper sonst beginnt, abzukühlen. Nach dem Bad Pijama anziehen, warme Socken und ab ins Bett!

 

Entzündung der Stirn- und Nasennebenhöhlen: Hier kann es hilfreich sein, Leinsamenmehl zu verwenden. Dazu ca. 5EL Leinsamenmehl in ca. 1dl Wasser geben und zu einem heissen Brei aufkochen. Den Brei dann in eine Mullbinde geben und über die Nase und Wangen legen. 15 Minuten einwirken lassen. Das wärmt auf und löst den zähen Schleim.

 

Tee: bei jeder Erkältung, egal ob Schnupfen, Husten oder beides zusammen: es ist ratsam, über den Tag verteilt Tee zu trinken. Am besten eignet sich z.B.

  • Thymiantee mit etwas Honig gegen den rauhen, trockenen Hals und Husten
  • Holunderblütentee bei Schnupfen
  • Lindenblütentee bei Husten, Halsschmerzen. Die Glykoside in der Pflanze wirken entzündungshemmend und schmerzstillend

Zwiebel: hilft bei Husten und Schnupfen. Zwiebel fein hacken. Der Geruch der Zwiebel verschafft Linderung. Ebenfalls kann man eine halbe Zwiebel fein hacken, in eine hohe Tasse geben, mit Honig auffüllen und mehrere Stunden zugedeckt ziehen lassen. Das gibt prima Hustensaft und Linderung für den rauhen Hals. 3-4x pro Tag jeweils einen TL davon nehmen. Saft sollte alle 2 Tage frisch hergestellt werden.

 

Kartoffelwickel: besonders bei trockenem Husten, nachts, haben sich diese Wickel bewährt. 1-3 Kartoffeln (je nach Grösse des zu behandelnden Hustenden) mit der Schale weich dämpfen. Danach ein Mulltuch zu einem Dreieck falten und eine Lage Küchenpapier auf das Mulltuch geben. Weiche Kartoffel auf das Küchenpapier geben und mit einem Nudelholz zermanschen, bis eine ca. 2cm dicke Masse entsteht. Mit einer weiteren Lage Küchenpapier die Masse bedecken, Mulltuch darüber falten und auf die Brust legen. Idealerweise macht man das vor dem Zubettgehen. 30-40 Minuten auf der Brust lassen. Am besten an 2 aneinanderfolgenden Abenden anwenden.

Vorsicht: es kann sein, dass man mehrere Lagen Mulltücher braucht, wegen der Hitze; nicht dass es zu Verbrennungen auf der Haut kommt.